Eine andere Welt ist pflanzbar! Buchtrend Urban Gardening

Graue Wüste war gestern. Heute grünt es in der Stadt wie nie zuvor. Was vor 40 Jahren in Großstädten wie New York begann, entwickelt sich zu einer fröhlich-bunten Lawine: Nachbarn schließen sich zusammen, um ein brachliegendes Grundstück zu besetzen und Gemüse darauf anzubauen. Ältere Damen pflanzen Stiefmütterchen auf den Baumscheiben vor ihrer Tür, und die junge Mutter von nebenan stellt gleich eine buntlackierte Bank dazu. Sozialarbeiter entdecken die Inklusionskräfte des interkulturellen Gärtnerns, und im modernen Seniorenheim sprießen Kräuter auf den rollstuhlgerechten Hochbeeten. 

Junge Familien drängen sich auf den Wartelisten von Kleingartenvereinen, Green Guerillas ziehen durch Hinterhöfe und Gewerbegebiete und hinterlassen Samen von Ringelblumen und Stockrosen in Nischen und Ritzen. Stadtplaner entwerfen neue Viertel, deren Bewohner sich fast autark ernähren könnten. Bauern vermieten fertig eingesäte Gemüsebeete an Leute, die vor Kurzem noch nicht wussten, mit welchem Ende die Möhre aus der Erde guckt, und First Ladies lassen sich statt in Abendrobe mit Gummistiefel und Spaten für die Cover bunter Magazine ablichten. Erstaunlich ist: Der unübersehbare Trend zum Gärtnern findet nicht nur in der Realität, sondern auch in den virtuellen Welten statt. Blogs zum Thema sprießen „wie Pilze aus dem Boden“. So zum Beispiel die Gartenpiraten. (Aus: "Das ist Urban Gardening", Karen Meyer-Rebentisch)

Was bedeutet der Urban Gardening Trend für den Buchhandel? Die jungen Gärtner suchen nach verlässlichen Anleitungen und modernen, optisch ansprechenden Büchern über das Gemüsegärtnern, Kleine Gärten, Hochbeete, Vertikales Gärtnern und biologischen Anbau. Die einen greifen zu Klassikern wie Der Biogarten, andere wiederum bevorzugen kleinere Lesehäppchen für Zwischendurch. Alle Garten-Starter verbindet eine unbändige Lust am Grünen und ein großer Elan, selbst das kleinste Fleckchen Erde in einen Garten zu verwandeln.